
01.01.2010
Nachruf für Prof. Fritz Holtz
Es war sein letzter Wille, nachdem er 3 Jahre gegen sein schweres Krebsleiden gekämpft hatte, in Stille zu gehen. Und so erfuhr die Öffentlichkeit erst ein Jahr später, dass Prof. Fritz Holtz bereits im Februar 2009 für immer gegangen ist, als seine Familie eine Gedenkanzeige in der Regionalzeitung veröffentlichte.
Der Nachruf seiner Familie gibt genau das wieder, was ich seit ca. 40 Jahren engster Zusammenarbeit nur bejahen kann.
„Prof. Holtz war ein Querdenker, ein emsiger und pragmatischer Wissenschaftler, ein Hochschulprofessor mit Leib und Seele. Impulsgebend prägte er in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung der Bauakustik. Trotz schwerer Krankheit bewahrte er sich bis zuletzt noch seinen Optimismus. Prof. Holtz hinterlässt als Koryphäe seines Fachs eine große Lücke.“
Da werden Erinnerungen wach, als Prof. Holtz Anfang der 1970-er Jahre in der Fachhochschule Rosenheim einen schalltechnischen Fensterprüfstand einrichtete.
Schnell wurden die „Katakomben“ der Hochschule als Erweiterungsflächen des Labors entdeckt und zu größeren und flexibleren Prüfräumen umgebaut.
1984 nahm Prof. Holtz die Prüfstände im eigenen Objekt in Stephanskirchen/Baierbach auf.
Seine wohl größten Traum erfüllte sich Prof. Holtz 1999 als er zusammen mit dem Institut für Türen-Technik ein 20.000 m² großes Grundstück in der ehemaligen Kiesgrube von Kragling, östlich von Rosenheim kaufte, um gemeinsam das Rosenheimer Kompetenz-Zentrum für Bauphysik entstehen zu lassen. 2002 wurden in den beiden Hallen die Prüftätigkeiten für Schall und Wärme (Holtz)
sowie Türen-Technik und Einbruchschutz (Müller) aufgenommen. Das gemeinsame Konzept schien aufzugehen – da die Schall- und Wärmeschutzprüfungen und dort die Türen- und Einbruchsprüfungen.
In seinen letzten Jahren erlitt Prof. Holtz immer wieder krankheitsbedingte Rückschläge.
Besonders belastend waren in dieser schweren Zeit zusätzlich empfindliche wirtschaftliche Rückschläge aus der Zusammenarbeit mit dem ift, Institut für Fenstertechnik, Rosenheim.
Aber wie sagte Holtz wenige Wochen vor seinem Ableben: „Ich bin so froh, dass der Türen-Müller durch den Kauf der Immobilie meines Schall-Labors die gemeinsamen Visionen eines großen Prüfzentrums fortsetzt.“
Das gab ihm Stärke und innere Genugtuung. So konnte er trotz allen Schmerzes, seine Rosenheimer Umgebung für immer verlassen zu müssen, in das Wiesengrab „umsiedeln“.
Auch da wollte er anonym bleiben.
Prof. Holtz starb am 14.02.2009 im Kreise seiner Familie. Ja, wir haben wirklich einen großen Schulexperten verloren.
„Aber der Türen-Müller kann Dir, lieber Fritz, versprechen, unseren gemeinsamen Weg fortzusetzen.“ – Dein Türologe R.W.M.

